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Index
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Abschiedssinfonie
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realpolitisches Musikstück von Joseph → Haydn, mit dem er erfolgreich eine Heimfahrt für die Musiker des Orchesters von Fürst Estherhazy erwirkte. Durch einen angefügten langsamen Schlussteil an den üblichen schnellen vierten Satz, in dem ein Musiker nach dem anderen die Bühne verlässt, bis zum Schluss lediglich 2 Geigen auf der Bühne übrig bleiben, untergrub Haydn den repräsentativen Charakter der sinfonischen Form, was sein Fürst allerdings als Form der Kommunikation akzeptierte und den Musikern 2 Wochen Urlaub gewährte. → Politik
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Analogie
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Jenseits der unbarmherzigen Verteilungskämpfe um die Grenzen von Realität und Fiktion erschließt sich das Terrain analoger Wirklichkeiten. Verschiedene Vorstellungswelten stehen nie in konkurrierender Opposition zueinander, sondern sind durch ihr poetisches Fundament strukturell durch eine Relation des ähnlichen miteinander verbunden. → Unschärfetheorie
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Armstrong, Neil
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Gesandter der Vereinigten Staaten auf dem Mond. Skeptiker erachten seine → Landnahme im Zeichen des Sternenbanners als virtuelle Inszenierung. Millionen Menschen verfolgten die → Expedition am Fernseher, und können doch nicht mit Sicherheit sagen, ob sie jemals stattgefunden hat. War Armstrongs kleiner Schritt nichts als der Flügelschlag eine Mücke? War der große Sprung nichts als das weltmännische Gebaren eines großmannssüchtigen Elefanten?
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Canetti, Elias
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“Ein Schwarm von Mücken, die am Abend tanzen, wenn die Nacht dunkel geworden ist, wenn die Sonne verschwindet, ein Schwarm von Mücken. An dem Menschen ist es zu wissen und er sollte es sich merken, dass es keinen freien Raum gibt zwischen Himmel und Erde, sondern das alles voll ist von Schwärmen und Mengen. Alle fliegen sie in der Luft herum: welche von ihnen wollen Frieden, welche suchen den Krieg; welche stiften Gutes, welche richten Böses an; welche bringen Leben, welche aber den Tod.&rdquo Elias Canetti: Masse und Macht. Frankfurt: Fischer Taschenbuch, 1978.
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Coswig
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Ort im Landkreis Meißen. Hier befand sich Piersons Anstalt. → Schreber, Daniel Paul, Daniel Paul beschreibt die Nervenheilanstalt und ihre Patienten 1893 mit folgenden Worten: “Sie erscheinen einer nach dem anderen, völlig lautlos und entfernten sich ebenso lautlos wieder, ohne, wie es scheint, gegenseitig voneinander Notiz zu nehmen. Dabei habe ich wiederholt mit angesehen, dass einzelne von ihnen während ihres Aufenthaltes ihre Köpfe wechselten, d.h. ohne dass sie den Raum verlassen hätten, auf einmal mit einem anderen Kopf herumliefen. [...] Es wimmelt von Menschen.” Daniel Paul Schreber: Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken. Psycholzozialverlag, 2003.
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Deep in the Heart of Texas
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in wenigen Strophen wird das Wesen von Texas umfassend beschrieben:
The stars at night, are big and bright,
deep in the heart of Texas,
The prairie sky is wide and high, d.i.t.h.o.T.
The sage in bloom is like perfume, d.i.t.h.o.T.
Reminds me of, the one I love, d.i.t.h.o.T.
The coyotes wail, along the trail, d.i.t.h.o.T.
The rabbits rush, around the brush, d.i.t.h.o.T.
The cowboys cry, “Ki-yip-pee-yi,” d.i.t.h.o.T.
The doggies bawl, and bawl and bawl,
deep in the heart of Texas.
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Diplomatengeschenke
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Elefanten waren im 14. und 15. Jahrhundert beliebte Mitbringsel und extravagante Geschenke zur Demonstration von Macht, Reichtum und politischen Respekts → Hanno “Das große Tier ist als lebende und spektakuläre Kostbarkeit ein beliebtes Requisit, um Macht wirkungsvoll zu inszenieren und zudem eine Art lebende Münze zum Einkauf von Sympathien.” Stefan öttermann: Die Schaulust am Elephanten. Frankfurt: Syndikat Autoren– und Verlagsgesellschaft, 1982.
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Doppelgänger
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Die Verdopplung von Wörtern, Gesten, Körpern und Artefakten spielt mit der Auflösung des Originals in der Kopie; sie stellt die Authentizität des Vorgestellten in Frage und schafft doch - in wechselseitiger Differenz - eine zweite Realität, fern eindeutig als wahr oder falsch klassifizierbarer Ereignisse. → Analogie
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Eklektizismus
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“After twelve years of exile, Prospero’s island has become a place of illusion and deception whose references are forged by an unhappy scholar recreating a little Renaissance kingdom far from Europe. [...] He has quoted extant buildings, paintings and books. Most of these are historical contemporary to his life, but being a magician he can also slip time and borrow and quote the future.” Peter Greenaway: Prospero's Books: a film of Shakespears The Tempest. New York: Four Walls Eight Windows, 1991.
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Eroberung
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Die Inbesitznahme von → Neuland häufig als Ergebnis zunächst zieloffener→ Expedition
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Erwartungsstille
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Man wartet in Stille, dass die Zeit vergeht, z.B. bis endlich der Zug kommt oder abfährt, oder die Vorstellung zu Ende geht. In gespannter Erwartung verhält man sich ebenfalls still: die Ruhe vor dem Sturm ( → Prospero)
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Expedition
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Entdeckungs- oder Forschungsreise in fremde und entlegene Gebiete. In der Welt der → Vorstellung auch: Re-Kombination von Vergangenem und Erdachtem, Gefundenem und Gegenwärtigen; immer mit ungewissem Ausgang oder Wirkung.
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Fallen
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-lassen von kleinen, harten Gegenständen ist ein Aktion von profanierender Wirkung, einer Achtlosigkeit, die zunächst von allem, was Erhaben zu sein behauptet, weit entfernt ist. Gleichzeitig ist das F. selbst ein rauschhafter Zustand, sich fallen zu lassen, der kurze Moment der Schwerelosigkeit, der einen angenehmen Schwindel erzeugt. Fallenlassen ist eine indirekte Form der → Klang-Erzeugung, dessen Resultat sich lediglich durch die Fallhöhe und die Wahl des Untergrunds beeinflussen lässt, Hauptakteur bleibt die Schwerkraft → Neil Armstrong
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Filibustieren
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Als Filibustieren wird im Senat der Vereinigten Staaten die Taktik der Minderheit verstanden, durch Dauerreden eine Beschlussfassung der Mehrheit zu verhindern oder zu verzögern. Dabei wird hinter den Kulissen meist zugleich fieberhaft versucht, überzeugungsarbeit bei den Senatoren der Mehrheitsfraktion gegen den Beschluss zu leisten. Der Filibuster ist kein neues Phänomen, sondern geht auf die römische Tradition der Ermüdungsrede zurück → Senator D’Amato
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Fonds experimentelles Musiktheater
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eine Initiative von NRWKULTURsekretariat und Kunststiftung NRW zur Schaffung neuer Impulse zukünftiger Opern- und Theaterarbeit. Durch den Fonds werden in Kooperation mit NRW-Bühnen Projekte initiiert, die das Verhältnis von Musik und Theater beleuchten und unter Einbeziehung von Komponenten aus Musiktheater, Schauspiel und Bildender Kunst in neuen Darstellungsformen erfahrbar machen. Von besonderer Bedeutung für ist der gemeinsame Entwicklungsprozess von Komposition, Text und Regie.
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Gelbfieber
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Napoleons Eroberungspläne auf Haiti werden zum wiederholten Mal durch einen gelbfieberverseuchten Schwarm → Mücke durchkreuzt. Zuletzt wurde sein Expeditionsheer (25.000 schwer bewaffnete Soldaten) so weit durch den Erreger geschwächt, dass die Franzosen abziehen mussten. Haiti erreichte kurz darauf als zweiter Staat Amerikas seine Unabhängigkeit.
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Geste, Gestus
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Mit Brecht ermöglicht der Gestus die eigene “Darbietung mit Fremdheit”* zu betrachten, den eigenen Blick in einen anderen zu transformieren. Diese Form der Unterbrechung entwirft einen utopischen Ort, einen Ort, der versucht, eine andere Logik als die der Wirklichkeit zu fassen. Kunst ist die Praxis der Unterbrechung jedweder kausalen Gesetze von Zeit und Raum, die es vermag eben jenen abstrakten potentiellen Raum zu eröffnen. → Möglichkeitsraum, → Politik * Bertolt Brecht: Schriften zum Theater. Frankfurt: Suhrkamp, 1999.
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Groys, Boris
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“Die Fliegen schwirren ständig von einem Ort zum anderen und setzen sich auf die verschiedensten Dinge, ohne sie nach ihrem Wert zu unterscheiden. Von der schmutzigen Müllgrube fliegt die Fliege auf den Esstisch und vielleicht noch weiter auf einen höchst sakralen Gegenstand. Die gesamte Kunst der letzten Jahrzehnte stellte diese Hierarchien auf die ein oder andere Weise in Frage, so dass im Endergebnis der Eindruck entstehen konnte, dass nunmehr alle Werte endgültig entwertet worden seien und die Epoche der allgemeinen Gleichheit angebrochen sei, welche die einen euphorisch als Befreiung und die anderen depressiv als Verlust der historischen Perspektive auffassen. Doch diese neue postmoderne Gleichheit ist natürlich ebenso illusorisch und utopisch wie alle übrigen Gleichheitsprojekte auch, die vor ihr aufgestellt wurden. Die Fliege tritt als Metapher der Metapher auf - als überträger der Metapher. Doch jede Metapher wirkt nach beiden Seiten. Wenn der Engel nur eine Fliege ist, dann ist auch die Fliege ein Engel.” Ilya Kabakov, Boris Groys: Das Leben der Fliegen. Stuttgart: Cantz, 1992
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Hand
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“Bei den Menschen wird die Hand, die nicht mehr loslässt zum eigentlichen Sinnbild der Macht. ‘Er gab ihn in seine Hand’. ‘Es stand in seiner Hand’. ‘Es ist in Gottes Hand’. [...] Etwas sehr kleines, das kaum zählt, ein Insekt (→ Mücke), wird zerquetscht. [...] Dieses Verhalten zu einer Fliege oder zu einem Floh [verrät] die Verachtung fürs völlig Wehrtlose, das in einer ganz anderen Größen- und Machtordnung lebt als wir, mit dem wir nichts gemein haben, in das wir uns nie verwandeln, das wir nie fürchten, es sei denn es tritt plötzlich in Scharen auf. [...]”* Vergleiche in direkter Opposition zur Hand als zugreifendes Sinnbild der Macht → Fallen -lassen * Elias Canetti: Masse und Macht. Frankfurt: Fischer Taschenbuch, 1978.
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Hanno
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der erste Elefant auf italienischem Boden. 1510 bezieht er als Antrittsgeschenk König Emanuels I. an den neu gewählten Papst Leo X. sein Quartier in der Ewigen Stadt. → Diplomatengeschenke
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Haydn, Joseph
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(1732 - 1809), Komponist und als Vaterfigur der Wiener Klassik bezeichnet, studierte u. a. bei C.P.E Bach und J. J. Fux. Von 1761 - 1790 war er als Kapellmeister bei den Fürsten Paul II. Anton und dessen Nachfolger Nikolaus I. Joseph Estherházy angestellt, wo auch die Sinfonie 45in fis-Moll, bekannt als → Abschiedssinfonie entstand. Nach dem Tod des Fürsten zog Haydn zurück nach Wien, wo L.v. Beethoven sein Schüler wurde. Er reiste 2 mal nach England, wo er Ehrendoktor der Musik in Oxford wurde. Haydns Leichnam wurde 1820 in die Bergkirche Eisenstadt überführt, sein Schädel, der gestohlen worden war, folgte 1954.
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Heisenberg, Werner
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formuliert 1927 die → Unschärfetheorie
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Hierarchie
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Als Hierarchie bezeichnet man ein System von Elementen, die einander über- bzw. untergeordnet sind. Einem bestimmten System angestammte (und dort übergeordnete) Elemente, verlieren durch Verschiebung in ihnen fremde Kontexte jeglichen Absolutheitsanspruch. Die Kunst, als ihre Grenzen und Regeln immer neu generierendes System, kann so jede historische, wissenschaftliche oder alltägliche Wahrheit ihrem legitimierendem Gefüge entreißen: die Hierarchien von Wahrheit und Lüge, Mücken und Elefanten, Musik und Theater geraten ins Wanken. → Analogie → Doppelgänger
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Insel der Übereinkunft
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Moment unwillkürlicher übereinstimmung. Unterschiedliche Personen Professionen, Ereignisse, Worte oder Klänge werden in einem allen fremden System kurzfristig ihrer → Hierarchie enthoben. Bsp.: Fünf Musiker und Schauspieler führen synchron eine festgelegte → Gestenfolge aus. In einem Gefüge aus ständig widerstreitenden Gleichzeitigkeiten kann die Insel der übereinkunft der Formulierung einer fern stehenden Utopie gleichkommen. → Möglichkeitsraum
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Klang
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selbstbezüglich- onomatopoetischer Begriff, dessen Klang allerdings nur einen Bruchteil dessen darstellt, was er bedeutet. Am ehesten mit dem Anschlagen eines Metallrohres oder einer größeren Glasschüssel mit einem weichen Gummischlägel zu vergleichen. Abhängig von → Lautstärke und Kontext kann ein Klang als Teil von Musik, aber auch als ihre Störung wahrgenommen werden.
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Knistern
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Knisternde Spannung, knisterndes Papier, knisternde Stoffe, am knisternden Kaminfeuer knisternde Erotik: immer knistert es hintergründig in kaum wahrnehmbarer → Lautstärke und doch unüberhörbar.
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Kolonisatoren
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Protagonisten der Kolonisation (Besiedelung) fremder Gebiete. Die Terminologie findet sich im Tier- und Pflanzenreich, wie auch hinsichtlich menschlicher Gesellschaftssysteme. Große wie kleine Erzählungen, Beschreibungen und einzelne Begriffe kolonisieren Geschichte, gegenwärtige Ereignisse, und zwischenmenschliche Belange. Aber ohne Begriffe existiert keine Geschichte und kein zwischenmenschlicher Belang. Nicht zuletzt deswegen entbrennen immer und immer wieder unbarmherzige Verteilungskämpfe um die Grenzen zwischen einer Vorstellungswelt und der nächsten.
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Kraus, Karl
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“Ich habe Erscheinungen von dem, was ist. Ich mache aus einer → Mücke einen Elefanten. [...] Und die Mücken werden immer mehr: Oft kann ich sie nicht mehr unterscheiden. Tausende habe ich zu Hause und komme nicht dazu, sie zu überschätzen. Bei Nacht sehen sie wie Zeitungspapier aus und jedes einzelne Stück lacht mich an, ob ich nun endlich auch mit ihm die Verbindung mit dem Weltgeist gönnen wolle, von dem es stammt.” Karl Kraus: Die Fackel. Berlin 1912.
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Landnahme
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→ Eroberung → Neuland → Expedition
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Lautstärke
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Seit der Erfindung des Lautsprechers hat sich die Hörlautstärke von der Erzeugungslautstärke emanzipiert, so dass selbst brüllender Heavy Metal als Hintergrundmusik im Kino zu hören sein kann und Tom Waits problemlos zu Orchesterbegleitung nuscheln kann. L. bzw. ihre Verarbeitung ist nach Nic. A. Huber die Visitenkarte eines Komponisten. Die elektronische Verstärkung gibt dem Verstärkten eine potentielle → Macht über das → Publikum, welches darauf vertrauen muss, dass die L. weder oberhalb der Schmerzgrenze noch unter der Hörschwelle angesetzt wird.
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Macht
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“Das geringste Zeichen [...] hat einen Sinn, was nicht heißen soll, dass sie einer vernünftigen Verkettung unterliegen, sondern das jedes Zeichen verletzbar ist durch andere Zeichen, dass jedes Zeichen von anderen Zeichen verführt werden kann, dass die Welt aus unerbittlichen Verknüpfungen besteht, die nicht diejenigen des Gesetzes sind.&rdquo → Hierarchie → Politik
Jean Baudrillard: Von der Verführung. Berlin: Matthes & Seitz, 1992.
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Möglichkeitsraum
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“Theater öffnet einen Raum von Möglichkeit in eins mit dem Unmöglichmachen des Wirklichen und bietet auf diese Weise eine → Geste dar, in der das Politische, das zumal im Zeichen einer triumphierenden Globalisierung kapitalistischer Macht unsichtbar wird, seine Kräfte sammelt.” Hans–Thies Lehmann: Das Politische Schreiben. Recherchen 12. Berlin: Theater der Zeit, 2002.
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Mücke
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“Er glaubt winzige Figürchen träufelten zu Hunderten auf seinen Kopf herab. Kleine Menschen und Doppelgänger. Myriaden von Mücken und Stimmen. Beim Berühren erzeugen sie ein Geräusch wie trockene Blätter oder wie ein feines mechanisches Knistern. Bald kann man sie wegblasen wie Spinnenweben, bald ziehen sie sich in ungeheurer Zahl, wie eine dichte Wolke zusammen. Sie reißen die Sprache ins Nichts. Sie stürzen die Worte in einen Zustand, wo Bezeichnung und Sinn, Name und Gegenstand unterschiedliche Dinge sind. Eine riesige, geschlossene Welt der vertauschten Bedeutungen.” Herbordt/ Mohren/ Seidl: Von Mücken, Elefanten und der Macht in den Händen. Bonn: 2008, Minute 38.
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Neuland
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nicht erschlossenes Gebiet; auch im Sinne sprachlich nicht erfasster Ereignisse, unrealisierter → Vorstellungen, und nicht hierarchisierter (→ Hierarchie) Parallelkosmen.
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Pappe
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ein flächiger, aus Fasern vor allem pflanzlicher Herkunft, Hilfsstoffen und Wasser durch Entwässerung verfestigter und durch Zusammenkleben bzw. -pressen gefertigter Werkstoff, der vielseitige weitere Verwendungen ermöglicht; u.a. das vorübergehende Erstellen dreidimensionaler Bauten aus flachen Einzelteilen.
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Politik
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Ein Moment, währenddessen Wirklichkeit noch unbeschrieben und unsortiert eine Vielzahl von Möglichkeiten bereithält, sind die ersten drei Sekunden nach tiefem → Schlaf. Dinge warten noch auf ihre Namen, Räume auf ihre Perspektive, Ichs auf ihre Identität. Begreift man Politik als Organisation der Beziehung zwischen einzelnen Dingen und Räumen, zwischen einzelnen Menschen und gesellschaftlichen Systemen, sind diese ersten drei Sekunden nach dem Erwachen ein Moment der Unterbrechung politischer Ordnung. Sie eröffnen einen nicht-hierarchischen → Möglichkeitsraum zwischen den Dingen und Namen. Sie eröffnen einen Raum wo das Private als Unterbrechung politisch wird. “Das Politische kommt im Theater zum Tragen, wenn und nur wenn es gerade auf keine Weise rückübersetzbar ist in die Logik, Syntax und Begrifflichkeit des politischen Diskurses in der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Woraus [...] die nur scheinbar paradoxe Formel folgt, dass das Politische des Theaters gerade nicht als Wiedergabe, sondern als Unterbrechung des Politischen zu denken sein muss.” → Geste Hans–Thies Lehmann: Das Politische Schreiben. Recherchen 12. Berlin: Theater der Zeit, 2002.
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Prospekt
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Bis ins 19. Jahrhundert war der herkömmlicherweise auf Leinwand gemalte Hintergrundprospekt, die hintere Begrenzung eines Bühnenbildes, oft die markanteste Dekoration auf der Bühne. Die ursprünglich vorherrschende wirklichkeitsgetreue Darstellung eines Gegenstandes von einem Standpunkt aus: ein herrschaftliches Panorama, die Innenansicht eines Palastes, eine in mildes orangenes Licht getauchte Landschaft, zielt auf die Suggestion illusionistischer Dichte.
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Prospero
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Verstoßener Herzog von Mailand; Figur des letzten Stückes von William Shakespeare: Der Sturm. Peter Greenaway schreibt: “He is not just the master manipulator of people and events but their prime originator. On his island of exile, Prospero [...] invents characters to flesh out his imaginary fantasy to steer his enemies into his power, writes their dialogue, and having written it, speaks the lines aloud, shaping the characters so powerfully through the words that they are conjured before us.” Peter Greenaway: Prosperos Books. A Film of Shakespeare's The Tempest. New York, 1991.
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Publikum
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hat immer Recht → Macht → Politik → Schlaf
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Schlaf
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“Anteil unserer Lebenszeit, den wir schlafen, in Prozent: 33/ Anteil der Deutschen, der nachts von seiner Arbeit träumt, in Prozent: 34/ Zahl der Angestellten der städtischen Verwaltung in Vechta, die jeden Mittag 20 Minuten auf Isomatten dösen: 200/ Zahl der Arbeitstage, die weltweit jeder Beschäftigte 2004 mit unproduktiven Tätigkeiten verbrachte: 84” → Politik Emma Roach/ Vivien Pieper: "Die Welt in Zahlen" In: Brand Eins, 03/07
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Schreber, Daniel Paul
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Daniel Paul Vorzeigepatient der Dementia Paranoides. Sigmund Freud, → Elias Canetti, → Karl Kraus und andere untersuchten an seinem Beispiel die Wechselwirkungen von → Macht und Paranoia.
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Schritte
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“Die Geschichte beginnt zu ebener Erde mit Schritten. Ihr Gewimmel ist etwas Unberechenbares an Besonderheiten.”→ Spur Michel de Certeau: Die Kunst des Handelns. Berlin: Merve, 1988
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Senator D’Amato
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hält am 5. Oktober 1992 die zweitlängste Dauerrede ;→ Filibustieren vor dem Senat in New York. Sie dauert 15 Stunden und 14 Minuten. Die Rede ist immer wieder unterbrochen von Gesangseinlagen des Senators: z.B. ;→ In The Heart of Texas → Politik
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Silhuette
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der Umriss einer Fläche oder die von dieser Kontur umschlossene Fläche, die sich dunkel von einem hellen Hintergrund (oder umgekehrt) abhebt, z. B die Teilansicht oder das Panorama, das eine Stadt mit ihren Bauwerken und Strukturen vor dem Horizont abzeichnet. Die Bezeichnung geht auf den französischen Finanzminister Étienne de Silhouette (1709 - 1767) zurück, der aus Sparsamkeit sein Haus mit schwarzen Scherenschnitten statt Portraits geschmückt haben soll. Mit der Zeit wurde die Bezeichnung Silhouette für die aufkommenden Schattenrissbildnisse gebräuchlich. Während die Details einer mit einem hellen Hintergrund kontrastierenden Oberfläche verschwinden, wächst zugleich die Zahl der potentiell denkbaren.
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Soundscape
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mit dem von Murray Schafer geprägten Begriff ist die Gesamtheit der klingenden Umgebung gemeint. Schafer zufolge ist Soundscape eine von Menschen beeinflussbare Komposition von Klängen, die meist als Nebeneffekt entstehen, durch Bewusstmachung der akustischen Umwelt könnten sie aber gezielt verändert werden. “Die Frage ist: Wie können wir unsere Umgebung so verbessern, dass wir die Klänge zu hören bekommen, die wir hören wollen?”→ Politik, → Lautstärke
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Spur
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“Die Geschichten führen kein Einzelleben: Sie sind Zweige einer Familie, denen man rückwärts und vorwärts nachgehen muß.”
Roberto Calasso: Die Hochzeit von Kadmos und Harmonia. Frankfurt/ Main: Insel, 1990. S.15.
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Stimme
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das akustische Ergebnis des durch die Stimmlippen eines Menschen erzeugten und in den Mund-, Rachen- und Nasenhöhlen modulierten Schalls. Die S. kann sowohl zum artikulieren von Sprache als auch zur Produktion von Klängen für Musik verwendet werden. Im übertragenen Sinn ist die S. aber auch eine Zähleinheit einer für jemanden oder etwas erfolgende Entscheidung. Während → Senator D’Amato vor der New Yorker Regierung spricht, steht die Maschinerie der → Politik vordergründig still. → Filibustieren
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Transit
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“Dieser Ort der Winde und der flachen, eintönigen, endlosen Ebenen bieten wahrhaftig Raum für grenzenlose Streifzüge, Durchquerungen und Massenwanderungen. Nichts ist befestigt, alles ist in Bewegung. Es ist ein Ort der flüchtigen, nicht sesshaften Menschen, verschiedenster Auswanderer, die mit ihrer Vergangenheit brechend keine Bindungen mehr kennen. Es ist ein Ort historischer Streifzüge, zufälliger kurzer Marschpausen und provisorischer Feldlager. Es ist ein gigantischer Transitkessel, ein weiter zugiger Durchgangsplatz, im gewissen Sinne ist es auch ein Ort einer riesigen Abfallgrube der Kultur.”* So ist der Raum des Transits ein unbeschriebener, unhierarchischer (→ Hierarchie) und steht dem → Turm als Sinnbild der → Macht entgegen. * Ilya Kabakov, Boris Groys: Das Leben der Fliegen. Stuttgart: Cantz, 1992.
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Triumphbogen
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frei stehender Statuen- und Reliefverzierter Torbau mit einem oder drei Durchgängen, ursprünglich in Rom zu Ehren siegreicher Feldherren anlässlich ihres feierlichen Einzugs in die Stadt erbaut. Die Triumphbögen sind mit Darstellungen des Sieges geschmückt und repräsentierten in monumentaler Weise Erfolg und Ruhm desjenigen, zu dessen Ehrung sie errichtet wurden.
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Turm
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“Emporgehoben zu werden, heißt hingerissen zu sein von der Macht dieser Stadt. Unten ist er - Spieler und Spielzeug - überwältigt vom unklaren Lärm all des Verschiedenartigen und von der Nervosität. Wer aber oben hinaufsteigt, enthebt sich der Masse, die in sich schon jedes klare Ich-Bewußtsein der Zuschauenden und Zuhörenden überschwemmt und verwischt. Das Emporgehoben sein verwandelt eine betörende Welt in einen Text. Es erlaubt sich zu lesen, ein Sonnenauge, ein Blick Gottes zu sein.” Im Gegensatz zu: → Transit Michel de Certeau: Die Kunst des Handelns. Berlin: Merve, 1988.
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Unschärfetheorie
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“Es gibt da so einen Burschen in Deutschland, Fritz soundso, oder heißt er vielleicht auch Werner, aber egal, der hat ne Theorie entwickelt, ich meine wissenschaftlich, wie sich die Planeten um die Sonne drehen, aus was für einer Materie Sonnenflecken sind, wieso das Wasser aus der Dusche kommt, na ja, man muss sich das ansehen. Aber manchmal, da verändert die Betrachtung den Gegenstand. Man kann nie objektiv wissen was passiert ist, oder was passiert wäre, wenn man nicht mit seiner verdammten Nase darin rumgeschnüffelt hätte. Deshalb kann es nie Gewissheit geben. Indem man etwas betrachtet verändert man es. Die nennen das das Unschärfe-Prinzip. Klar, es klingt bescheuert, aber sogar Einstein sagt dass da irgendwas dran ist. Wissenschaft, Wahrnehmung, Realität, Zweifel - berechtigter Zweifel! Ich meine, je genauer man etwas betrachtet, umso weniger weiß man. Das steht fest. Eine bewiesene Tatsache. Und vermutlich die einzige Tatsache die zählt. Dieser Deutsche hat dafür sogar eine Formel aufgestellt.”→ Heisenberg, Werner Ethan und Joel Coen: The Man Who Wasn’t There, 2001
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Vorstellung
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Erinnerung, Erwartung oder Befürchtung; auch: ein Bild ohne zeitlichen oder anderen Bezug zur Realität; abstrakte Idee. → Macht ist nichts als die Grenze zwischen einer Vorstellungswelt und der nächsten, bzw. die Hoheit widerstreitende Vorstellungen als wahr oder falsch einzuordnen.
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Wurf
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→ Hand → Fallen
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Zentralperspektive
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entspricht in etwa dem Sehen mit einem Auge, während die in die Tiefe des Raumes führenden Raumkanten und Flächen - scheinbar mathematisch präzise sich verjüngend - in einem Punkt fluchten. Der Bezugspunkt einer Welt, die an ihm zu einer Ordnung wird. So war die zentralperspektivische Tiefe suggerierende Wirkung sich verkürzender Theaterdekorationen vorrangig auf die traditionelle Sitzposition des Regenten ausgelegt, von dessen Betrachtungsstandpunkt aus sich die Illusion eines unendlich fluchtenden Schauplatzes vollendete.
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